zurück zur Übersicht

Klimaschutz in Ebnet


Maßarbeit: Transport der Bauteile für die neuen Windräder auf dem Rosskopf


Vertikaler Transport eines Rotorblattes

Im August und September fand der eindrucksvolle Transport der 6 Rotorblätter mit jeweils 64m Länge sowie diverser weiterer großer Bauteile für die neuen Windkraftanlagen auf dem Rosskopf statt.

Zunächst wurden die Bauteile nachts durch Freiburg und Ebnet zum Zwischenlager gegenüber der Annakapelle gebracht. Der Transport zur Baustelle erfolgte in jeweils zwei Etappen: Erst abends ab 22:00 Uhr zur Jugendherberge und dann am nächsten Tag weiter zum Rosskopf.

Transport der Bauteile auf den engen Waldwegen
Transport der Bauteile durch Ebnet und über die schmalen Waldwege

Hintergrund: Das Repowering-Projekt auf dem Rosskopf

Die vier in die Jahre gekommenen Windräder auf dem Rosskopf werden vollständig abgebaut und durch zwei moderne, deutlich leistungsstärkere Anlagen ersetzt. 

Die beiden neuen Anlagen werden rund 230 Meter hoch und können künftig jährlich etwa 18 bis 20 Millionen Kilowattstunden Strom erzeugen. Damit produzieren sie mehr als doppelt so viel Energie wie die alten Windräder und versorgen rechnerisch über 6.000 Haushalte mit klimafreundlichem Strom. Träger des Projekts ist die Regiowind GmbH & Co. Freiburg KG, eine Bürgergesellschaft mit fast 500 Mitgliedern, die gemeinsam mit der Ökostromgruppe Freiburg und Badenova arbeitet. Die Inbetriebnahme der neuen Anlagen ist für das Frühjahr 2026 vorgesehen.

Einsparung von etwa 9000 Tonnen CO₂ pro Jahr

Das Projekt ist nicht nur ein technisches, sondern auch ein wichtiges klimapolitisches Signal, wie folgende Überlegung verdeutlicht: Würde die von den beiden neuen Windrädern erzeugte Strommenge aus dem heutigen deutschen Strommix stammen – also aus Kohle, Gas, Atom- und erneuerbaren Energien gemischt – würden dabei etwa 9.000 Tonnen CO₂ pro Jahr freigesetzt. Diese Emissionen werden durch die Windkraft vermieden. Zum Vergleich: Das entspricht dem jährlichen CO₂-Ausstoß von mehreren tausend Autos. Auch die sog. "graue Energie", die für Bau, Transport und Herstellung der neuen Anlagen eingesetzt wurde, ist innerhalb eines Jahres wieder ausgeglichen. Danach liefern die Windräder jahrzehntelang sauberen Strom, voraussichtlich bis weit in die 2040er Jahre hinein.

Desinformation über Windkraft

Windkraft wird zunehmend von rechten und „Querdenker“-Gruppen diffamiert, die gezielt Desinformation verbreiten, um Misstrauen gegenüber der Energiewende zu schüren. Warnungen vor dem Klimawandel werden in diesen Kreisen abwertend als „Klimawahn“ bezeichnet, um wissenschaftliche Erkenntnisse zu diskreditieren und Klimaschutzmaßnahmen lächerlich zu machen. Unter Schlagworten wie „Naturzerstörung“ oder „Waldvernichtung“ werden Maßnahmen wie die Verbreiterung von Wegen für Windräder oder der Einfluss auf Tierarten bewusst verzerrt dargestellt. Tatsächlich bergen Windkraftanlagen je nach Standort Risiken für Vögel und Fledermäuse, insbesondere entlang von Zugrouten oder in der Nähe von Brut- und Jagdgebieten empfindlicher Arten. Durch sorgfältige Standortwahl und gezielte Schutzmaßnahmen – etwa temporäre Abschaltungen bei bestimmten Wetterlagen oder in der Dämmerung, akustische Warnsysteme und Radartechnik – kann das Kollisionsrisiko jedoch deutlich verringert werden. Diese sogenannten „bedarfsorientierten Betriebsstrategien“ haben sich als wirksame und ausgewogene Lösung erwiesen, um den Artenschutz mit der Energiewende in Einklang zu bringen.

Gerade diese gezielten Abschaltungen werden von den gleichen Kreisen wiederum zum Anlass genommen, neue Verschwörungsnarrative zu spinnen. Anstatt die technischen oder ökologischen Gründe zu erkennen – etwa Netzstabilisierung, Wartung oder den Schutz von Fledermäusen und Zugvögeln – wird behauptet, die Anlagen liefen nicht im Dauerbetrieb, weil sie gar nicht funktionierten, unrentabel seien oder die Politik etwas verschleiern wolle. Besonders beliebt ist die absurde Vorstellung, Windräder würden bei Windstille mit Strom aus dem Netz angetrieben, um ihre vermeintliche Effizienz zu „inszenieren“. Solche Behauptungen ignorieren bewusst die physikalischen und betrieblichen Realitäten moderner Energietechnik. Sie bedienen ein grundlegendes Misstrauen gegenüber staatlichen Institutionen, Wissenschaft und Medien und fügen sich nahtlos in das rechte Narrativ ein, die Energiewende sei kein Klimaschutzprojekt, sondern ein ideologisch motiviertes Täuschungsmanöver.


zurück zur Übersicht