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Silvester in Ebnet


Einen guten Rutsch ins neue Jahr für alle


(von Gabi Hoferichter und Ulrike Eberius)

Feuerwerk-Hotspot auf der Brücke über den Eschbach

Auf vielfachen Wunsch hat Forum Ebnet bei der Stadt angefragt, ob sensible Bereiche im Ort als feuerwerksfreie Zonen ausgewiesen werden können. Die Stadt zeigte Verständnis, verwies jedoch auf die bundesrechtliche Lage: Kommunen dürfen solche Verbote nicht aussprechen. Während in der Schweiz, den Niederlanden oder Österreich private Feuerwerke teils stark eingeschränkt sind, bleibt bei uns Rücksichtnahme freiwillig

Tatsächlich greift an Silvester das Sprengstoffgesetz 😱: Es erlaubt an diesen beiden Tagen den Verkauf und das Zünden von Feuerwerk. Was früher aus wenigen Raketen und Knallern bestand, umfasst heute ein großes Arsenal an Power-Batterien, Mega-Crackern und Kanonenschlägen – oft mit martialisch klingenden Namen wie Street Warrior, Barracuda Attack oder Combat Zone.

Doch muss es wirklich in diesem Ausmaß sein? Für uns ist es ein kurzer Moment des Spektakels – für Tiere und viele empfindliche Menschen dagegen eine Nacht voller Stress, Lärm und Angst. Es lohnt sich, das einmal ins Verhältnis zu setzen: Wie viel Knall brauchen wir wirklich, und welchen Preis zahlen andere dafür?

Manchmal eher Sprengtechnik als festliche Tradition

Ursprünglich sollte das Böllern böse Geister vertreiben. Heute vertreibt es vor allem jene, die keinen Begriff von Silvester haben und sich nicht durch rationale Erklärungen beruhigen lassen: Haustiere, die sich in die letzten Winkel verkriechen und oft nur noch medikamentös beruhigt werden können; Vieh in Ställen, das durch die Detonationen und das Zischen der Raketen in massive Unruhe gerät, und Wildtiere, die panisch fliehen und oft kilometerweit unterwegs sind. Landwirte, Tierhalter, Tierärzte und Zoos berichten jedes Jahr von massiven Stressreaktionen, Verletzungen und vermissten Tieren.

Appell der Profis

Auch Polizei- und Feuerwehrverbände sowie Ärztevertretungen warnen nachdrücklich vor den Folgen privater Feuerwerke. Mehrere bundesweite Petitionen fordern inzwischen eine Reform des Sprengstoffrechts, damit Kommunen die Belastungen für Menschen, Tiere, Umwelt und Einsatzkräfte reduzieren können. Allein die von der Polizeigewerkschaft unterstützte Petition gegen privates Feuerwerk hat inzwischen über drei Millionen Unterschriften – die höchste Beteiligung, die es in Deutschland je bei einer öffentlichen Petition gab! Das ist ein deutliches Signal dafür, dass viele Menschen sich eine andere Art des Feierns wünschen: z.B. mit zentralen Feuerwerken oder Laser- und Drohnenshows statt tausender privater Böller.

Ein schönes Beispiel ist der Galgenberg: Der freie Blick ins Dreisamtal ist nicht selbstverständlich, sondern vor allem den Ziegen und ihrer Beweidung zu verdanken – Landschaftspflege in steilem Gelände, die ohne Tierhaltung kaum möglich wäre. Als Fluchttiere reagieren sie an Silvester mit Panik. Deshalb bleiben die Menschen, die für sie verantwortlich sind, in der Silvesternacht direkt bei ihnen im Stall. Rundherum genießen viele Ebneter*innen den Ausblick – und verzichten aus Rücksicht auf die Tiere dort traditionell auf das Böllern. Dennoch – oder vielleicht gerade deshalb – herrscht dort jedes Jahr eine fröhliche und festliche Atmosphäre.

Vielen Dank dafür – und darum unsere Bitte: Böllern Sie, wenn überhaupt, nur in der Silvesternacht selbst, meiden Sie sensible Bereiche und nehmen Sie die Reste wieder mit. So kann Ebnet für Menschen, Tiere und Natur gut ins neue Jahr starten.


Zur Petition der Polizeigewerkschaft

Die Petition der Polizeigewerkschaft Berlin haben Stand Januar 2026 bereits weit über 3 Millionen Menschen unterzeichnet – Tendenz weiterhin steigend.
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