Mehr Natur im Garten wagen
(von Robert Krauthausen | Juli 2026)
Ein schöner Garten ist für viele mehr als nur ein Ort mit Rasen, Hecke und Terrasse. Wenn es darin summt, zwitschert, flattert und auf verschiedenste Weise blüht, können sich Augen und Ohren entspannen. Der Garten ist dann ein kleiner, aber wichtiger Lebensraum für Wildbienen, Schmetterlinge, Vögel, Fledermäuse, Eidechsen und viele andere Tiere.
Artensterben passiert nicht nur „irgendwo draußen“ in der Landschaft, sondern auch mitten in unseren Städten. Gleichzeitig liegt genau hier eine große Chance: In privaten Gärten, Vorgärten, Höfen, an Gebäuden und auf Grünflächen lässt sich mit oft erstaunlich einfachen Mitteln viel für die Artenvielfalt tun.
Die Stadt Freiburg unterstützt deshalb schon seit einigen Jahren mit dem Förderprogramm „Artenschutz in der Stadt“ Bürgerinnen und Bürger, Firmen und Institutionen dabei, ihre Außenflächen naturnäher zu gestalten. Auch Mieterinnen und Mieter können mitmachen, sofern die Eigentümerinnen oder Eigentümer einverstanden sind.
Gefördert werden zum Beispiel artenreiche Blumenwiesen und Säume mit heimischem Saatgut, die vielen Insekten Nahrung bieten. Auch die Pflanzung heimischer Sträucher und Bäume wird gefördert – sie liefern Blüten, Früchte, Schutz und Nistplätze. Wer Vögeln oder Fledermäusen helfen möchte, kann passende Nisthilfen anbringen. Für Wildbienen sind offene Bodenstellen, Sandlinsen oder hochwertige Nisthilfen besonders wertvoll. Trockenmauern, Steinhaufen und Totholz schaffen Verstecke und Sonnenplätze, etwa für Eidechsen und viele Kleintiere. Sogar kleine fischfreie Gartenteiche oder Feuchtbiotope können gefördert werden.
Das Schöne daran: Man braucht keinen riesigen Garten. Schon eine kleine Ecke mit heimischen Blütenpflanzen, ein paar wilde Strukturen oder ein nicht ganz so „aufgeräumter“ Bereich können einen Unterschied machen. Und ganz nebenbei wird der Garten auch für uns Menschen lebendiger: mehr Blüten, mehr Vogelgesang, mehr Schmetterlinge – und vielleicht auch ein bisschen mehr Staunen direkt vor der Haustür.
Wer eine Idee hat oder sich beraten lassen möchte, kann sich an die Stadt Freiburg wenden. Zum Förderprogramm „Artenschutz in der Stadt“ gibt es weitere Informationen auf der Website der Stadt Freiburg.
Zusätzliche praktische Gartentipps bietet auch der NABU, zum Beispiel zu insektenfreundlichen Pflanzen, Wildbienen, naturnahen Gärten und kleinen Maßnahmen, die sich leicht umsetzen lassen.
Vielleicht ist jetzt genau der richtige Moment, im eigenen Garten einmal zu schauen: Wo könnte es künftig summen, blühen oder rascheln?