Naturschutz
(von Ina Aufderheide | Oktober 2026)
Wer den Dreisamradweg entlang stadtauswärts an Ebnet vorbei fährt, kommt kurz vor der Kurve, bevor der Radweg über die Brugga führt, an einem kleinen Tümpel in der Wiese vorbei. Was auf den ersten Blick unscheinbar wirken mag, ist bei genauerem Hinsehen ein erstaunlich lebendiger Lebensraum direkt am Dreisamradweg.
In diesem Jahr konnten dort erfreulich viele Froschlaichballen beobachtet werden. Aus dem Laich entwickelten sich viele Kaulquappen und schließlich junge Frösche. Doch Frösche sind längst nicht die einzigen Bewohner dieses kleinen Gewässers. Zahlreiche Libellen waren zu beobachten, Rückenschwimmer bewegten sich im Wasser, Wasserschnecken fanden dort ihren Lebensraum und sogar der Kleine Schillerfalter kam zum Trinken an das Gewässer. Auch Graureiher und Störche ließen sich bei solch einem gedeckten Tisch nicht lange bitten.
Der Tümpel füllt sich in der Regel während der Wintermonate über den kleinen Bach, der zur Dreisam führt, und trocknet in heißen und trockenen Sommern wieder aus. Gerade diese zeitweise Austrocknung ist für solche Lebensräume ökologisch wichtig: Fische können sich dort nicht dauerhaft ansiedeln. Damit fehlt ein wichtiger Fressfeind für den Froschnachwuchs, denn Fische würden Froschlaich und Kaulquappen fressen. Problematisch wird es nur, wenn durch anhaltende Dürren, wie in diesem Sommer, die Kleingewässer zu früh austrocknen und die Amphibien sich nicht zu Ende entwickeln können.
Im kommenden Winter legt das Umweltschutzamt der Stadt Freiburg weiter oben in der Wiese ein neues Kleingewässer an und entwässert den unteren Tümpel. Das soll unter anderem dazu beitragen, dass es bei Starkregen nicht zu einer möglichen Überflutung des Dreisamradwegs kommt.
In einer Landschaft, in der Kleingewässer zunehmend entwässert, überbaut oder zugeschüttet werden, kommt den wenigen verbliebenen Tümpeln und Feuchtstellen eine besondere Bedeutung zu.
Naturschutz beginnt genau damit: einen unscheinbaren Tümpel nicht als „nasse Stelle“, sondern als wertvollen Lebensraum wahrzunehmen und zu schützen. Vielleicht lohnt es sich deshalb, beim nächsten Mal auf dem Dreisamradweg nicht einfach vorbeizufahren, sondern kurz anzuhalten und hinzuschauen.