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Der Schutz unserer wichtigsten Lebensgrundlage geht uns alle an


Trinkwasser schützen, auch bei der Verkehrsplanung!


(von Gabi Dierdorf | Oktober 2026)

Die kürzlich erfolgte Umleitung der B31 über die L133 durch Stegen und Ebnet hat uns beschäftigt. Die Strecke führt durch ein Wasserschutzgebiet, in dem sich wichtige Trinkwasserbrunnen für die Versorgung der Freiburger Bevölkerung befinden.

Ein Blick auf die Karte wirft Fragen auf

Wir haben deshalb bei der Stadt nachgefragt: 

  • Warum führt die Umleitung durch das Wasserschutzgebiet?
  • Welche Alternativen wurden geprüft?
  • Und wäre beispielsweise eine wechselseitige Verkehrsführung durch eine Tunnelröhre möglich?
Grafik: Ulrike Eberius | Datengrundlage Wasserschutzgebiet: LUBW, Daten- und Kartendienst

Je näher an der Wasserfassung, desto strenger die Schutzbestimmungen. Die Schutzzonen bauen dabei aufeinander auf:

Zone I: „Fassungsbereich“: In der Regel eingezäunt. Schützt Brunnen und Quellen vor jeder Art von Verunreinigung. 
Zone II: „Engere Schutzzone“: Dient insbesondere dem Schutz vor Krankheitserregern. Strenge Vorgaben für Abwasser und Gülle.
Zone III: „Weitere Schutzzone“: Bezieht das weitere Umfeld der Wassergewinnung ein. Schutz vor schwer abbaubaren, wassergefährdenden Stoffen (z.B. Mineralölprodukte wie Diesel oder Benzin).

Bei einem genaueren Blick auf die Karte des Wasserschutzgebietes waren wir überrascht: Die B31 verläuft auf einem rund 600 Meter langen Abschnitt durch einen besonders sensiblen Bereich des Wasserschutzgebiets in unmittelbarer Nähe der Trinkwasserbrunnen.

Das hat uns zu einer grundsätzlichen Frage geführt: Wie konsequent wird der Schutz unseres Trinkwassers bei der Verkehrsplanung berücksichtigt, insbesondere beim Schwerlast- und Transitverkehr?

Wasserschutzgebiete dienen dem Schutz des Grundwassers und damit unserer Trinkwasserversorgung. Wo überregionaler Verkehr durch besonders sensible Bereiche führt, sollte deshalb geprüft werden, wie vermeidbare Risiken möglichst reduziert werden können.

Was sagt die Stadt?

Die Antwort ist eindeutig: Die Umleitung über die L133 soll nur in seltenen Ausnahmefällen und als letzte Option zum Einsatz kommen. Voraussetzung ist, dass die Tunnelanlagen gesperrt werden müssen und gleichzeitig die Kappler Straße nicht befahrbar ist. Genau diese besondere Situation liegt aktuell vor.

Eine wechselseitige Verkehrsführung durch eine Tunnelröhre hält die Stadt für technisch und organisatorisch nicht umsetzbar. Im aktuellen Fall mussten zudem beide Tunnelröhren gesperrt werden.

Erinnerung an alte Zeiten: Der Verkehr wälzt sich durch Ebnet.
Transit-Verkehr im Fassungsbereich des Wasserschutzgebiets, der zuverlässig vor Verunreinigung geschützt werden muss.

Positiv finden wir: Die Stadt teilt ausdrücklich unsere Einschätzung, dass der Schutz des Trinkwassers hohe Priorität hat und vermeidbare Risiken vermieden werden sollten. Die L133 soll deshalb nur in Ausnahmefällen genutzt werden. Ziel ist es, den Tunnel möglichst umfassend zu nutzen und Ausweichrouten außerhalb der L133 zu bevorzugen.

Gemeinsam nach Lösungen suchen

Für uns geht es deshalb um mehr als die aktuelle Umleitung. Es geht um die grundsätzliche Frage, wie der überregionale Verkehr durch das Höllental und Freiburg künftig besser gelenkt werden kann.

Diese Frage kann Freiburg nicht allein lösen. Sie betrifft auch Land und Bund. Deshalb halten wir einen gemeinsamen Gesprächsprozess, etwa in Form eines Runden Tischs, für sinnvoll. Dabei sollten konkrete Alternativen geprüft werden: Wie können notwendiger Verkehr gewährleistet und gleichzeitig Trinkwasser, Natur und die betroffenen Ortsteile besser geschützt werden? Auch die Frage, ob und wo Transit-Schwerlastverkehr stärker begrenzt oder anders gelenkt werden kann, sollte dabei offen diskutiert werden.

Dabei geht es ausdrücklich nicht darum, notwendigen Anlieger- und Versorgungsverkehr zu verhindern. Wir werden darauf achten, dass die Zusage der Stadt eingehalten wird: Die L133 darf nicht zur normalen Ausweichstrecke für den B31-Verkehr werden. Gleichzeitig wollen wir die grundsätzliche Frage des Transitverkehrs weiterverfolgen.

Verkehr kann umgeleitet werden, 
unser Trinkwasser nicht!

Stau vor Ebnet: Ein Vorgeschmack auf die Jahre der Tunnelsanierung?
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