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Nachruf


Wir trauern um Fritz Stüber


(von Gabi Dierdorf und Ulrike Eberius | Oktober 2026)

Mit ihm verlieren wir einen engagierten, klugen und zugewandten Menschen, der sich mit großer Überzeugung für Ebnet und für eine offene und demokratische Gesellschaft eingesetzt hat.

Foto: privat

Seit 2016 lebte Fritz mit seiner Frau Petra in Ebnet. In dieser Zeit ist der Ort für ihn und Petra mehr und mehr zur Heimat geworden. Sie haben sich hier eingebracht, Kontakte geknüpft und das Leben in Ebnet mitgestaltet, unter anderem im Ebneter Kultursommer e.V. und bei Forum Ebnet. Beides gehörte für Fritz zusammen: Kultur, Begegnung, gesellschaftliches Engagement und die Bereitschaft, sich einzumischen.

„Politik fängt in Ebnet an“ – dieser Satz aus einem seiner Beiträge für das Blaue Blättle beschreibt sehr gut, was Fritz wichtig war. Demokratie war für ihn nichts, das nur in Parlamenten oder bei Wahlen stattfand. Sie begann vor der eigenen Haustür: zuhören, miteinander reden, Verantwortung übernehmen, unterschiedliche Meinungen aushalten und gemeinsam nach Lösungen suchen.

Fritz konnte dabei sehr klar in seinen Überzeugungen sein, ohne den anderen aus dem Blick zu verlieren. Freiheit, Toleranz, Vielfalt und Respekt vor Andersdenkenden waren für ihn keine abstrakten Begriffe. Er wollte wissen, was Menschen bewegt, welche Erfahrungen hinter ihren Positionen stehen und wie man auch bei unterschiedlichen Ansichten miteinander im Gespräch bleiben kann.

Gerade in den letzten Jahren beschäftigte ihn die Frage, wie unsere offene und freiheitliche Gesellschaft angesichts des Erstarkens antidemokratischer und rechtsextremer Positionen bewahrt werden kann. Für Fritz gehörten eine klare Haltung und die Bereitschaft zum Gespräch untrennbar zusammen. Er wollte nicht nur widersprechen, sondern verstehen. Und er war überzeugt davon, dass demokratische Politik nur dann trägt, wenn sie nachvollziehbar ist und die Menschen mit ihren Anliegen ernst nimmt.

Bei seinem Engagement für Forum lag ihm deshalb besonders am Herzen, die Themen der Menschen vor Ort aufzugreifen und Dinge „Stück für Stück mit Geduld und Nachdruck“ voranzubringen. Er brachte seine Erfahrung als Anwalt, seine politische Erfahrung und vor allem seine Fähigkeit ein, genau hinzuschauen, Fragen zu stellen und Argumente abzuwägen.

Viele von uns haben Fritz dabei als klugen und außerordentlich geschätzten Gesprächspartner erlebt. Gespräche mit ihm konnten anregend, kontrovers und manchmal auch leidenschaftlich sein, sie waren immer von Respekt und echtem Interesse geprägt. Auch wenn wir gemeinsam an einem Text arbeiteten, ging es nicht darum, möglichst schnell zu einer fertigen Meinung zu kommen. Wir haben diskutiert, nachgefragt, Argumente geprüft und gemeinsam nach den richtigen Worten gesucht. Gerade darin lag etwas sehr Besonderes in der Zusammenarbeit mit Fritz.

Seine freundliche und zugewandte Art wird uns ebenso fehlen wie seine Erfahrung, seine klare Haltung, sein Humor und seine Überzeugung, dass es sich lohnt, sich einzubringen. Fritz war einer von denen, die nicht nur darüber gesprochen haben, dass Demokratie vom Mitmachen lebt. Er hat danach gelebt.

Wir werden Fritz sehr vermissen und ihn in dankbarer Erinnerung behalten.


Einen Einblick in das, was Fritz in der letzten Zeit politisch besonders bewegt hat, geben seine  Beiträge im Blauen Blatt, die wir allen Lesern sehr ans Herz legen:

Der Demokratie verpflichtetEbnet hat gewähltStraßenkleber & Demokratie
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